Robert Ford
kann auf eine lebenslange Verbindung mit Tibet und seinem Volk
zurückblicken. Für ihn ist das ein Privileg, noch vor der
chinesischen Invasion von 1950 und der darauf folgenden
Besatzung, als einer der wenigen Westler im unabhängigen Tibet
gelebt und gearbeitet zu haben.
Ford diente im II. Weltkrieg in England & Indien als
Radiotechniker in der Britischen Luftwaffe (RAF). 1945 trat er
von Indien aus als Radio-Offizier in die "British Political
Mission" in Lhasa/Tibet, ein. Später im gleichen Jahr wurde er
ins "Political Office" in Sikkim versetzt und war dort zuständig
für die Beziehung Britisch-Indiens mit Tibet. Er bereiste
Sikkim, das häufig als "ante room of Tibet" (Vorraum Tibets),
und Südtibet. Mit Indiens Unabhängigkeit 1947 wurde Fords Stelle
von einem Inder übernommen. Nun konnte er sich seinen Wunsch,
die Rückkehr nach Lhasa, erfüllen. Er war von der Regierung
Tibets gebeten worden, in ihren Dienst zu treten, um die erste
Rundfunkstation zu bauen, tibetische Radiotechniker auszubilden
und ein Funknachrichtensystem in ganz Tibet aufzubauen. Er war
der erste Ausländer, der im Dienst der Regierung Tibets stand
und einen offiziellen Rang innehatte.
Nach einem Jahr in Lhasa reiste er über die Nordroute nach
Chamdo, die Hauptstadt Osttibets grenzend an China, von wo aus
er die Rundfunkverbindung nach Lhasa aufbaute - wiederum zum
erstenmal.
Zusammen mit tibetischen Beamten, einschließlich des
Generalgovernors, war Ford 1950 von der einfallenden
chinesischen Armee gefangen genommen worden. Er wurde der
Spionage, Verbreitung von anti-kommunistischer Propaganda und
des Mordes beschuldigt. Bis zu seiner Freilassung und Ausweisung
1955 war er fast fünf Jahre lang politischer Gefangener der
Chinesen.

Seine Erfahrungen in Tibet und China faßte er in seinem Buch
"Gefangen in Tibet" (Verlag Heinrich Scheffer, Frankfurt)
zusammen.
1956 trat er in den Britischen Auswärtigen Dienst ein. Er
diente im Auswärtigen Amt in London und hatte unterschiedliche
Funktionen in Vietnam, Indonesien, den Vereinigten Staaten,
Morokko, Angola, Schweden, Franreich und war schließlich
Generalkonsul in Genf. Von dieser Funktion ging er 1987 in den
Ruhestand. Er wurde mit dem "Commander of the Order of the
British Empire" ausgezeichnet worden.
Im Ruhestand konnte er wieder aktiv seine Unterstützung für
Tibet und sein Volk aufnehmen. Er entfaltete eine rege
publizistische Tätigkeit und hielt Vorträge im Vereinigten
Königsreich, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Australien
und den USA über alle Aspekte tibetischen und chinesischen
Lebens.
Er blieb der Regierung Tibets und Seiner Heiligkeit dem Dalai
Lama ein Freund und Vertrauter. 1945 hatte Robert Ford in Lhasa
die erste Audienz bei Seiner Heiligkeit als Seine Heiligkeit ein
Kind von 11 Jahren war.
Auf Wunsch Seiner Heiligkeit des Dalai Lama unternahm er eine
landesweite Vortragstour in Indien. Während dieser Vortragstour
wurden Robert und seine Frau Monica in Dharamsala von der
indischen Behörde unter Hausarrest gestellt, da sich zur
gleichen Zeit der chinesische Premierminister Li Peng auf
Indienbesuch befand. Herr Ford hatte allerdings schon Vorträge
im Indian Army College, im Civil Service College und Lokh Sabha
(Unterhaus) gehalten! |