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Robert W. Ford

 
- geboren am 27. März 1923 -
 
Auszüge aus "Gefangen in Tibet"
 

Robert Ford kann auf eine lebenslange Verbindung mit Tibet und seinem Volk zurückblicken. Für ihn ist das ein Privileg, noch vor der chinesischen Invasion von 1950 und der darauf folgenden Besatzung, als einer der wenigen Westler im unabhängigen Tibet gelebt und gearbeitet zu haben.

Ford diente im II. Weltkrieg in England & Indien als Radiotechniker in der Britischen Luftwaffe (RAF). 1945 trat er von Indien aus als Radio-Offizier in die "British Political Mission" in Lhasa/Tibet, ein. Später im gleichen Jahr wurde er ins "Political Office" in Sikkim versetzt und war dort zuständig für die Beziehung Britisch-Indiens mit Tibet. Er bereiste Sikkim, das häufig als "ante room of Tibet" (Vorraum Tibets), und Südtibet. Mit Indiens Unabhängigkeit 1947 wurde Fords Stelle von einem Inder übernommen. Nun konnte er sich seinen Wunsch, die Rückkehr nach Lhasa, erfüllen. Er war von der Regierung Tibets gebeten worden, in ihren Dienst zu treten, um die erste Rundfunkstation zu bauen, tibetische Radiotechniker auszubilden und ein Funknachrichtensystem in ganz Tibet aufzubauen. Er war der erste Ausländer, der im Dienst der Regierung Tibets stand und einen offiziellen Rang innehatte.

Nach einem Jahr in Lhasa reiste er über die Nordroute nach Chamdo, die Hauptstadt Osttibets grenzend an China, von wo aus er die Rundfunkverbindung nach Lhasa aufbaute - wiederum zum erstenmal.

Zusammen mit tibetischen Beamten, einschließlich des Generalgovernors, war Ford 1950 von der einfallenden chinesischen Armee gefangen genommen worden. Er wurde der Spionage, Verbreitung von anti-kommunistischer Propaganda und des Mordes beschuldigt. Bis zu seiner Freilassung und Ausweisung 1955 war er fast fünf Jahre lang politischer Gefangener der Chinesen.

Seine Erfahrungen in Tibet und China faßte er in seinem Buch "Gefangen in Tibet" (Verlag Heinrich Scheffer, Frankfurt) zusammen.

1956 trat er in den Britischen Auswärtigen Dienst ein. Er diente im Auswärtigen Amt in London und hatte unterschiedliche Funktionen in Vietnam, Indonesien, den Vereinigten Staaten, Morokko, Angola, Schweden, Franreich und war schließlich Generalkonsul in Genf. Von dieser Funktion ging er 1987 in den Ruhestand. Er wurde mit dem "Commander of the Order of the British Empire" ausgezeichnet worden.

Im Ruhestand konnte er wieder aktiv seine Unterstützung für Tibet und sein Volk aufnehmen. Er entfaltete eine rege publizistische Tätigkeit und hielt Vorträge im Vereinigten Königsreich, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Australien und den USA über alle Aspekte tibetischen und chinesischen Lebens.

Er blieb der Regierung Tibets und Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama ein Freund und Vertrauter. 1945 hatte Robert Ford in Lhasa die erste Audienz bei Seiner Heiligkeit als Seine Heiligkeit ein Kind von 11 Jahren war.

Auf Wunsch Seiner Heiligkeit des Dalai Lama unternahm er eine landesweite Vortragstour in Indien. Während dieser Vortragstour wurden Robert und seine Frau Monica in Dharamsala von der indischen Behörde unter Hausarrest gestellt, da sich zur gleichen Zeit der chinesische Premierminister Li Peng auf Indienbesuch befand. Herr Ford hatte allerdings schon Vorträge im Indian Army College, im Civil Service College und Lokh Sabha (Unterhaus) gehalten!